Gesundheitliche Probleme nach dem Elbeschwimmen?

Uns erreichte am 8.8.2018 eine Email von einem Dresdener Teilnehmer des 21. Elbeschwimmens in der er erklärte(Zitat):

Seit dem Elbeschwimmen am Sonntag habe ich Magen-Darm-Probleme, Durchfall, Aufstoßen wie "faule Eier", Ekel vor der Brühe in der Elbe. Ich bin seit Dienstag krankgeschrieben, erbreche und habe Durchfall. Das höre ich auch von anderen, die in der Elbe geschwommen sind. Ich denke mal, dass das Wasser einfach noch viel zu verkeimt (Urin, Kot, Industrieabfälle) ist, um darin zu baden. Eine Bekannte hat sogar Hautausschlag danach bekommen. Bei dem dreckigen Wasser halte ich das Schwimmen dort für keine gute Idee. Mir ist ein sauberes Gewässer lieber, als noch mehr Wachstum, Autos und Konsumterror.
MfG xxxx

Wir hoffen, dass der erkrankte Bürger schnell wieder gesund wird und sich vom Elbeschwimmen erholt. Dem letzten Satz in der Beschwerde können wir nur zustimmen.
Trotzdem halten wir einige grundsätzliche Bemerkungen für angebracht:
  1. Prinzipiell ist das Schwimmen in der Elbe erlaubt, lediglich unter Brücken mit Pfeilern und vor der Hafenmündung ist es verboten.
  2. Niemand wird gezwungen am Elbeschwimmen teilzunehmen. Es ist immer eine individuelle Entscheidung ob man sich beteiligt oder nicht. Wir betonen, dass sich beim Elbeschwimmen jeder auf eigene Gefahr in die Elbe begibt. Jeder trifft selbst die Entscheidung, ob er in der Elbe schwimmt oder nicht. Wir Organisatoren sichern die Veranstaltung mit mehreren Booten (im Jahr 2017 und 2018 mit insgesamt neun Booten) ab.
  3. Weder die Organisatoren (Dr. Dietrich Ewers und Daniel Baumann) noch das Wasser- und Schifffahrtsamt oder die Stadtentwässerung Dresden behaupten, dass das Elbewasser Badequalität besitzt. Fließgewässer sind prinzipiell stärker belastet, als die klassischen Badeseen. Beide Gewässer sind jedoch mit Keimen belastet. Bei warmer Witterung steigen diese Konzentrationen in beiden Gewässern an. Diese Keime sind für einen Bürger mit einem intakten Immunsystem jedoch kein Problem.
  4. Skeptische Bürger, die eigentlich an diesem fröhlichen Spektakel teilnehmen wollen aber noch Bedenken haben, sollten eine Woche vorher an die Elbe gehen, sich das Wasser anschauen und dann entscheiden: ja oder nein! Aber erst freiwillig mitmachen und anschließend schimpfen ist kein souveräner Stil.
  5. Es ist das erste Mal seit 20 Jahren, das ein Mensch als Ursache für gesundheitliche Probleme die Teilnahme am Elbeschwimmen angibt. Es ist nicht ausgeschlossen aber eher unwahrscheinlich, daß ein Schluck Elbwasser die beschriebenen Symptome auslöst.
  6. Die Organisatoren des Elbeschwimmens haben am 5. August eine Analyse des Elbwassers veranlaßt, siehe unter Wasserqualität nach.
Dr. Dietrich Ewers
Tel.: 0351/4418602
 Daniel Baumann
0171/1287030