Freiheit - ohne Risiko?

Betrachtung zum Elbeschwimmen

1. August 2013


Durch den tragischen Tod eines Schwimmers am 24. Juli 2013 wurde die Frage ob das Elbeschwimmen verboten werden soll oder nicht, in der Presse (siehe SZ und DNN vom 26.7.2013) breit diskutiert. Selbstverständlich ist jede Tätigkeit von uns Menschen mit einem Risiko behaftet und das Schwimmen in einem fließenden Gewässer, wie z.B. die Elbe, ist natürlich gefährlicher als der Gang in einen Biergarten - ausgenommen vielleicht der Rückweg! Wer aber seine Schwimmfertigkeit richtig einschätzt und sich darauf einstellt die 3,5 km lange Strecke beim 16. Dresdner Elbeschwimmen stromabwärts zu bewältigen, geht nur ein geringes Risiko ein. Da wir mit dem Strom (Geschwindigkeit ca. 4 km pro Stunde) schwimmen entspricht die Strecke von 3,5 km etwa einer Distanz von ca. 1,7 km in stehenden Gewässer. Wer also ungefähr 40 Minuten hintereinander schwimmen kann, dürfte sich getrost auch getrauen am Elbeschwimmen teilzunehmen. Der Chef des Wasser- und Schiffahrtsamtes Dresden, Klaus Kautz, hat die Genehmigung zum Elbeschwimmen erteilt und lediglich die Einschränkungen, die auch ein erhöhtes Risiko beinhalten, genannt. Dabei ist das generelle Schwimmverbot unter Brücken revisionsbedürftig. Es müßte heißen Schwimmverbot nur bei Brücken mit Pfeilern im Elbestrom, wie z.B. Augustusbrücke. Hinter Pfeilern im Strom entstehen Wirbel und erhöhen die Gefahr. Das gilt nicht nur für Schwimmer sondern auch für Schiffe! An der Marienbrücke sind schon mehrere Schiffe havariert. Bei Brücken ohne Strompfeiler wie z.B. Waldschlößchenbrücke ist das Strömungsverhalten des Wassers unverändert, d.h. als wenn keine Brücke vorhanden wäre. An den vorangegangenen 15 Elbeschwimmen haben ca. 6000 Schwimmer teilgenommen und es ist zu keinem ernsthaften Zwischenfall gekommen! Das ist aber keine Garantie dafür, daß beim 16. Elbeschwimmen auch nichts passiert. Ich will meine Betrachtung abschließen mit einer Formulierung des Dresdner Schriftstellers Erich Kästner: "Das ganze Leben ist lebensgefährlich."

Dietrich Ewers