Presseecho 2002

Sächsische Zeitung vom 5. Juli 2002

Quellfrisch nach Dresden

Floß bringt reines Elbwasser zum Badetag in die Landeshauptstadt
Katja Solbrig

Dresden. Auf den Tag genau vor 216 Jahren wurde die erste Elbebadeanstalt in Dresden eröffnet. An dieses denkwürdige Ereignis erinnert eine Ausstellung zur Geschichte des Elbebadens, die heute im Technischen Rathaus beginnt. Am 14. Juli wird die Schau auch unter freiem Himmel beim Elbebadetag zu sehen sein.

Doch nicht nur um den Badespaß im Fluss geht es den Veranstaltern des Elbebadetages, der in Dresden mit dem Stadtteilfest in Johann-stadt gefeiert wird: "Wir wollen kein lautes, schrilles Fest, um den Charakter der Flusslandschaft nicht zu übertönen", sagt Alfred Olfert vom Projekt "Lebendige Elbe". Auf ein lärmendes Bühnen-programm wurde verzichtet, das Gastronomie-Angebot hält sich in Grenzen. "Statt zwischen Wurstsorten zu wählen, sollen die Leute lieber an der Elbe picknicken", wünscht sich Olfert. Der Tag wird mit dem traditionellen Elbeschwimmen zehn Uhr morgens beginnen. Vom Blauen Wunder bis zum Fährgarten Johannstadt schwimmen die Teilnehmer 3,2 Kilometer.

Am Nachmittag gibt Roberto Epple, Initator dieses ersten Internationalen Elbebadetages, dann den Fluss offiziell zum Schwimmen frei. Er wird Quellwasser auf einem 70 Meter langen Floß mitbringen, als Symbol für das Ziel der Veranstalter: Die Elbe soll überall so sauber werden wie an der Quelle. Mit Badewannenrennen, Diskussionsrunden, Ausstellungen und vielem mehr erwartet die Besucher ein buntes Programm. "Wir werden den Tag bewusst nicht beenden, die Leute sollen einfach weiter baden können", sagt Olfert. Die Wasserqualität entspricht noch nicht den geforderten EU-Werten für Badegewässer, jeder badet am 14. Juli auf eigene Gefahr. Aber die Elbe hat sich vom schmutzigsten Strom Europas wieder zu einer lebendigen Flusslandschaft entwickelt.