Presseecho 2000

Sächsische Zeitung vom 14. August 2000

Spaß in der Elbe

200 Schwimmer dabei / Wasserqualität schon ganz gut
Absolutes Badewetter am Wochenende in Dresden. Doch die größte Schwimmgemeinschaft traf sich nicht am Baggersee oder im Freibad, sondern zum 3. Elbeschwimmen - über 200 Teilnehmer.
Von Peter Redlich
"Ich bin auf den Tag gespannt, an dem 1 000 Leute mitschwimmen." Gerhard Bauermeister ist mit 75 Jahren der älteste und wie viele schon zum dritten Mal beim Elbeschwimmen zwischen Blauem Wunder und Fährgarten Johannstadt auf der gut drei Kilometer langen Strecke dabei.
Vor drei Jahren wollte Altstadt-Ortsamtsleiter Dietrich Ewers (SPD) mit ein paar Lauffreunden in der Elbe schwimmen, um zu zeigen, dass der Fluss sauberer geworden ist. Ewers: "Voriges Jahr waren wir fast 100, diesmal über 200 Schwimmer." Und wie schon im Vorjahr will auch Dresdens Prominenz mal nur in Badehose oder -anzug dabei sein: Die Stadträte Barbara Lässig (PDS-Fraktion), Ludwig-Dieter Wagner (CDU), Bernd Grützner (SPD), Dampferflottenchef Michael Lohnherr mit Gattin Rosemarie, Pfunds-Molkerei-Inhaber Wilfried Hensel . . . Kapitän zur See Ulrich Fricke, Dresdens Bundeswehr-Standortältester, kennt zwar die Weltmeere, "aber die Elbe ist was ganz Besonderes".
Sachsens Umweltschützer tun auch was dafür. Auf der Skala der Wassergüte bis sieben bekommt der Fluss mittlerweile die Note zwei bis drei. Neun Milliarden Mark haben Land und Gemeinden seit der Wende in die Modernisierung der Abwasseranlagen investiert. Das wirkt sich jetzt aus, denn 95 Prozent des Sachsen-Territoriums ist über Bäche und Flüsse mit der Elbe verbunden. 90 Fischarten, darunter Lachse, sind wieder im Fluss heimisch, sagt Steffi Förtsch vom Umweltministerium. Kein Wunder, dass es den Schwimmern bei ordentlichem Wasserstand von mindestens 1,10 Meter Freude bereitete. Rico Kirst aus Dresden: "Ich wäre am liebsten noch weiter geschwommen."